Der Mauerbau an der Ackerstraße

Der-Mauerbau-an-der-AckerstrasseDie Siegermächte des Zweiten Weltkrieges hatten Deutschland auf der Konferenz von Jalta in vier Sektoren aufgeteilt. Die Reichshauptstadt Berlin lag zwar auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone, wurde aber ebenfalls aufgeteilt. Der Osten Berlins fiel an die Sowjetunion, Westberlin teilten sich die USA, Großbritannien und Frankreich.

Nur zwei Jahre nach dem Sieg über die Nationalsozialisten brach der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA aus. Einen ersten Höhepunkt fand dieser Krieg der Systeme 1948 mit der Berlinblockade. Ein Jahr später wurde der Status quo mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der DDR fixiert. Trotzdem blieb Berlin bis in die 1980er Jahre hinein ein Brennpunkt der Weltgeschichte, in dem die Nachrichtendienste des Westens und des Ostens bevorzugt agierten.

Nach der Staatsgründung der DDR flohen massenhaft Bürger aus dem Osten in den Westen. Die deutsch-deutschen Grenzen wurden deshalb ab 1952 massiv gesichert. Die mehr als 45 Kilometer lange Grenze innerhalb Berlins blieb jedoch offen und bildete weiterhin ein Schlupfloch, das auch von polnischen und tschechischen Bürgern genutzt wurde. Weil es sich bei den Flüchtlinge größtenteils um gut ausgebildete Menschen handelte, sah die DDR den Bestand des Staates gefährdet.

Eine Sicherung der Grenze innerhalb Berlins wurde lange von der Sowjetführung blockiert. Die Entscheidung für den Bau der Berliner Mauer fiel schließlich am 3. August 1961 bei einer Besprechung zwischen Ulbricht und Chruschtschow. Der Mauerbau begann schließlich in einer Nacht- und Nebelaktion am 12. und 13. August 1961, als fast 15.000 Soldaten und Polizisten alle Wege nach Berlin abriegelten.